Historie
Die Tebe
(Sj 2.252 bis 2.265, 13 Standardjahre)
Keine andere Gruppierung der Galaxie kämpft nur annähernd so hartnäckig und gleichermaßen effizient gegen die Ausbreitung der Zweidimensionalität aus dem Subraum und die endgültige Auslöschung allen Seins, wie die Tebengilde von Hewa. Ohne Unterlass durchforsten ihre Framer und Farseer die Zeitlinien der Zukunft, um in der Gegenwart ihre Agenten optimal aufzustellen. Das ultimative Hauptziel ihres Vorgehens liegt auf dem fernen Planeten Cu`Otmarga. Hier träumt der schlafende gO seine psionischen Träume, während seine Komawächter, die aCoon, den kläglichen Rest seiner göttlichen Allmacht missbrauchen, ihre eigenen schändlichen Ziele zu erreichen. Innerhalb dieser Maßnahmen und Möglichkeiten erkennen die Teben in der Zukunft eine der ihren als auserwählte Heldin, die durch ihre Taten das Geschick der Galaxie maßgeblich beeinflussen wird. Sie soll in der Gegenwart den Weg für spätere Tebenagenten ebnen, soll den Verlauf der Geschichte so beeinflussen, dass diese zu ihrer Zeit ins Herz der IGA-Welten einzudringen vermögen, um dort das vermeintlich Unmögliche zu tun: den gO auszulöschen. Tatsächlich ist keineswegs sicher, ob es sich bei dieser gegenwärtigen Heldin um eine Frau oder einen Mann handelt; aus Sicht der Farseer ist allerdings ersteres wahrscheinlicher. Somit sucht die Gilde mögliche zukünftige Teben in ihrer Kindheit auf und bringt sie in ihr Ausbildungszentrum, die Innere Schule im Gallihed. Die junge Windernterin Qiylin Dieson geht so mit einer handvoll Gefährten einen schweren Weg, bis sie ihre Ausbildung beendet, zur Tebe ernannt wird und im Auftrage Hewas in den Krieg zieht.
Die Hellseher der Teben auf Hewa setzen den hewanischen Kalender auf Null zurück. Wie immer bei solchen historischen Ereignissen um die Tebenritter gibt es keine Begründung für diesen Vorgang. Es kommt zu Auseinandersetzungen innerhalb der Ritterschaft und viele Fürsten versuchen die ursprüngliche Zeitrechnung beizubehalten, doch schon genau 30 Standardjahre später hat sich die neue Zeitrechnung nicht nur auf Hewa, sondern auch auf allen Kirnwelten durchgesetzt.
Der Tebenritter Ngag Dachesba, der Hammer von Undarbehl, schlägt vor Kamuran, dem späteren siva`s ND mit seinen zwanzig Schiffen eine Armada smavarischer Sternensegler zurück.
Teilung der Teben
Eine der geistigen Schulen der Teben spaltet sich unter der Führung des Fürsten S`schoona Hosch vom Großen Orden ab und schließt sich von nun an dem Jida, dem Weg des Lichts, an. Es kommt zu leichten Unruhen die aber unblutig zu Ende gebracht werden können. Die Tebenfürsten sind mit diesen Entwicklungen nicht zufrieden, wollen aber den allgemeinen Frieden nicht beeinträchtigen und lassen somit die Jidari unbehelligt ziehen.
Errichtung des Hauptgebäudes der Inneren Schule der Tebengilde auf dem Gallihed.
Gründung der Tebenritter durch Grmirge Achsabres von Teben.
Geburt des späteren Gründers der Teben Grmirge Achsabres auf Hewa.
Mglorizd Dolozs war kein einsamer Erfinder, sondern ein Häuptling, der sich auf einen kleinen Kreis von Männern und Frauen stützte, die ihm seit den Nomadenzeiten treu gewesen waren. Diese Berater waren keine Gelehrten, sondern erfahrene Wanderer, Jäger, Heiler und Geschichtsträger, die die Traditionen der Clans bewahrten. Als Mglorizd begann, von seinen Träumen zu sprechen, hörten sie ihm zu, ohne ihn für verrückt zu halten. Sie kannten die alten Smavariruinen, die wie Wunden im Land lagen, und wussten, dass Menschen, die dort schliefen, oft seltsame Bilder sahen. Für sie waren diese Träume keine Magie, sondern eine Art Erinnerung des Bodens, die sich in den Schlaf der Menschen mischte.
Die Nomaden um die Oase wissen schon lange, dass bestimmte rote und schwarze Steine ungewöhnlich schwer sind. Viele dieser Brocken liegen in den Hügeln rund um die Oase, andere werden immer wieder beim Graben nach Wasser freigelegt. Früher nutzten die Clans solche Steine als Gewichte für ihre Zelte oder als primitive Werkzeuge, ohne zu verstehen, warum sie so hart waren. Seit dem Brand seines Turmes jedoch, lässt der Häuptling Mglorizd Dolozs seine Leute gezielt nach diesem Material suchen. Schließlich entdecken sie in den Hügeln nördlich der Oase ganze Adern von rotbraunem Gestein, das sich in der Sonne dunkel verfärbt und beim Schlagen Funken erzeugt. Wie besessen leitet der Sik (Häuptling) seiner Untergebenen an, immer mehr dieser Steine auszugraben und schließlich entstehen die ersten Eisenminen von Vloyzkl.
Im selben Standardjahr lässt Mglorizd eine flache klinge aus seinem Metall schmieden und schärft sie eigenhändig derart an, dass er sich bei dieser Arbeit einen kleinen Finger abschneidet. Doch anstelle zu hadern lacht er über das Missgeschick. Er hat soeben die schärfste Klinge aller Zeiten geschaffen und er weiß ganz genau um den Wert einer solchen Waffe. Andere Clans nutzen nach wie vor Stein- und Knochenwaffen und nur wenige Hexer sind bislang in der Lage gewesen Bronzespeere zu bauen (Kupfer ist schwer zu finden auf Hewa). Nun ist er, Mglorizd Dolozs`Sik, der Herr des Eisens und er sieht sich schon als oberster Fürst aller Clans. Doch dann erleidet er nur wenige Tage später eine Blutvergiftung durch die Amputation des Fingers und stirbt im Fieber.
Genau zehn Standardjahre nach der Gründung der Oasencivic Vloyzkl, lässt der Häuptling des Stammes der West Falken Mglorizd Dolozs einen seltsameren Turm von zwanzig Metern Höhe errichten. Das Gebäude ist an seiner Basis birnenförmig und hat einen Durchmesser von etwa acht Metern. Daraus entspringt ein etwa anderthalb Meter durchmessender Schlot ohne Fenster. Auch der untere Bereich des Turmes hat keine Öffnungen, außer einer einzigen Tür, die den untersten Raum begehbar machen würde, wenn der nicht mit Binsen, Holz und Kohle gefüllt wäre. Auch der Schlot scheint mir irgend etwas gefüllt zu sein und die Menschen von Vloyzkl fragen sich, ob es sich bei diesem Turm um Hexenwerk handeln könne. Doch eines Tages entzündet Mglorizd`Sik den Turm und erklärt, nun käme die Zeit des Wartens. Die Steine begannen bald heiß zu werden und kein Bewohner des Landes sah je zuvor eine derart dunkle Rauchsäule zu den Wolken aufsteigen. Es war, als wäre der Drache des Nordens erwacht, und die Menschen flohen den Turm. Der Sik (Häuptling) aber lachte und rief sie zur Räson. Hier erwache kein Drache, hier begänne ein neues Zeitalter.
Dreißig Tage und dreißig Nächte brannte Mglorizds Turm und die Steine begannen zu glühen und zu brechen. Ein Schutzzaun wurde gezogen, damit herunterfallende Steine niemanden erschlügen und Tag und Nacht hielten die Krieger des Sik Wache, auf das sich die Feuersbrunst nicht auf nahe Hütten ausweiten könnten. Schließlich wurde das Brennen und Fauchen des Turms schwächer und Mglorizd ließ die versiegelte Haupttür aufbrechen. Man hatte einen seltsamen Trog aus dickem Holz und Innenwänden aus Stein herbeigeschafft und nun ergoss sich mit seinem Mal ein grauer, kochender Schleim aus dem Bauch des Turmes.
So gelingt Mglorizd die erste Eisenschmelze und gleichzeitig eine Veredelung des Materials, da er dem Roheisen die Hufspäne seiner Pferde beigab. Der darin befindliche Kohlenstoff macht das Eisen spröder und bei weitem besser zur Nutzung für scharfe Waffen. Der Mglorizdturm ist somit der erste Hochofen Hewas und leitet hier die Eisenzeit ein.
Die Nomaden der Steppen von Golyziyrtni treffen sich immer häufiger an der Oase Vloyzkl und beginnen schließlich hier sesshaft zu werden. Sie gründeten zuerst die kleine Civic Pn`Vloyzkl als Floßhafen im Süden und schließlich, noch im selben Standardjahr Vloyzkl selbst, als spätere Landeshauptcivic im Norden des Oasensees.
Nach der Teilung Haruns im Standardjahr −18.408 stabilisieren sich die beiden neuen Machtblöcke nur langsam. Im durch den Krieg geschwächten Norden des Landes herrscht Mnalnor Dai, der Bruder der ersten Königin Tlalyn Dai, unter der Kontrolle der Schamanen des fernen Gallihead. Während dieser die alten Rituale und die Anbetung des Feuerdrachen wieder einführen und den Einfluss der Civic Rdath schwächen, reorganisieren sich in Süd-Harun die Reiterhorden. Nach ihrer verheerenden Niederlage gegen die verräterischen Schamanen, an deren Seite sie zuvor gegen die Königin des Nordens zogen, streiten sich ihre Fürsten ohne Unterlass um die Herrschaft über dieses zersplitterte Volk. In den folgenden Standardjahren kommt es zu ständigen Grenzüberfällen, Gefechten und Massakern an Höfen und Dörfern, während die Ratsversammlung, die Tlalyn einst gegründet hatte, immer mehr an Bedeutung verliert. Viele der Clans des Nordens fliehen oder schließen sich gar dem Süden an. Schritt für Schritt verfestigt sich die Spaltung, bis sie als unumkehrbar gilt und das Land für immer prägt.
Die erste Königin Haruns Tlalyn Dai stirbt durch den Speer eines Gegners aus den Reihen der Reiterhorde aus dem Süden des Landes. Die Schamanen, bis zu diesem Zeitpunkt erleben ihren Todeszorn in Form von flammenden Strahlen aus ihren Augen, mit denen sie ihren Mörder mit in die Unterwelt brennt und wechseln die Seiten. Es kommt zu einer Teilung Haruns in Nord- und Süd-Harun und die Schamanen setzen Mnalnor Dai, den jüngeren Bruder der gefallenen Königin als Herrscher des Nordens ein. Doch dieser Posten ist eine Farce, denn zu jeder Zeit steht der junge Monarch unter der Fuchtel der Schamanen des weit entfernten Landes Gallihead.
Tlalyn Dai krönt sich selbst zur ersten Herrscherin von Rda und ganz Harun. Ihre Macht gründet nicht auf dem feurigen Willen des Drachen oder dem von Geistern, sondern allein auf menschlicher Stärke. Sie errichtet eine neue Ordnung, in der Krieger, Jäger und Bauern gleichgestellt sind. Eine Ratsversammlung aus Clanchefs und Helden unterstützt sie bei ihren Entscheidungen. Es entsteht ein Bündnis zwischen den Reiterhorden des Südens und den sesshaften Bewohnern des Nordens und ein striktes Verbot der alten Opferrituale. Aus der kleinen Siedlung am Fluss wird die noch heute bestehende Landeshauptcivic Rdath (nach Tlalyns eigenem Namen). Bald lässt sie die Fläche der Civic erweitern, mit starken Mauern aus Stein befestigen und mit einem neuen Symbol versehen: eine stilisierte, von einem Pfeil durchstoße Drachenschuppe. Dieses Zeichen steht für ihren Schwur, sich niemals vom Atem der Bestie beherrschen zu lassen.
Der Held Mnurgad Hormdai und die Schamanin Tminama Nam werden ein Paar und übernehmen zusammen die Führung über die Civic Rda. Sie herrschen einige Zeit weiße über ihre Volk, doch dann lässt Tminama den Geist des großen Drachen in ihren Leib und wird zu seinem Avatar. Dennoch empfängt sie kurz danach ein Kind von ihrem Gatten. Als ihre Tochter ein Standardjahr später das Licht der Welt erblickt ist sie von der Drachenschuppe gezeichnet. Die Mutter will das Kind opfern und danach rituellen Selbstmord begehen, doch Mnurgad verhindert diese Wahnsinnstat. Er schickt die Schamanin mit ihrem Gefolge in den weit entfernten Gallihead und erzieht seine Tochter zur Kriegerin. Tatsächlich verlieren sich nach kurzer Zeit die Zeichen an ihrem Körper und sie wächst zu einer starken Kämpferin heran. Später wird man sie unter dem Namen Tlalyn Dai kennen.
Während Reiterhorden aus dem Süden Haruns die sesshaften Bewohner der Civic Rda (spätere Rdath) am Ufer des Rdamrsk bekriegen tritt aus der nahegelegen smavarischen eine Durs`Andragor eine giftige Substanz aus, die tausende von Hewanern in untote Bestien verwandelt. Es ist fast zu spät, als sich die verfeindeten Heere doch noch unter der Führung des Helden Mnurgad Hormdai zusammen den grauenhaften Gestalten stellen und sie schließlich besiegen. Der so geschlossene Frieden hält allerdings nur wenige Standardjahre.
Gründung der Civic Rda, der späteren Landeshauptcivic Rdath am Rdamrsk, einem der größten Flüsse Haruns. Die Menschen Haruns sind geprägt von der uralten Schamanenkultur ihrer Vorfahren. Langsam beginnen sie sich entlang des Flusses niederzulassen. Der Rdamrsk ist breit, fruchtbar und stabil eine eher seltene Konstante in einer Welt, die noch immer unter den geologischen Nachwirkungen der Drachenkatastrophen leidet.
Hewa ist eine Welt des Chaos. Der Gallihead ist ein toter, vernarbter Berg, umgeben von Asche und verbrannter Erde. Ganze Regionen des Planeten leiden unter dem früheren Wüten des Drachen und sind noch immer geologisch instabil. Langsam wachsen neue Wälder, viele der Küstenlinien haben sich verändert. Verlassene Ruinen der Smavari liegen wie verfluchte Narben in der Wildnis. Die Hewaner meiden diese Orte – sie gelten als Stätten des Schreckens.
Die verbliebenen Menschen sind primitiv. Sie leben in Stämmen und Clans, nutzen einfache Werkzeuge und Waffen aus Knochen und Stein. Sie haben eine Schamanenkultur, die den schlafenden Drachen Zimmer die Geister der Natur und der Ahnen verehrt. Sie glauben, dass der Drache sie sieht, auch wenn er schläft und führen darum Rituale durch, die auf den alten Smavari-Mustern basieren, um die Bestie zu besänftigen. Wieder stellen Schamanen ihre Körper dem Geist des Drachen als Avatare zur Verfügung. Sie sind die ersten, die beginnen, Träume zu deuten, die später zur psionischen Evolution führen.
Am einem frühen Morgen öffnet sich über den westlichen Gefilden Hewas ein Dimensionstor und hunderte von smavarischen Sternensegler ergießen sich über diese raue Welt. Feuer regnet auf die primitiven Siedlungen der Hewaner nieder. Dann landen die Smavari und beginnen ein furchtbares Gemetzel. Doch weit entfernt ertönen die Kriegshörner des Gallihead. Die hier lebenden Frauen und Männer sind grausame Krieger unter der Führung zauberkundiger Schamanen, die in den Träumen des Drachen der sie einst befreite baden. Viele von ihnen haben im Laufe der Zeit dem Drachen als Avatar gedient und jetzt treffen sie eine harte Entscheidung: Sie beschließen den Berg erneut zu wecken, auch auf die Gefahr hin selbst vernichtet zu werden. Und wieder hebt die flammende Bestie ihr gigantisches Haupt und lässt giftige Galle und Höllenfeuer über die Länder Hewas regnen. Zu Asche verbrannt sinken die Schiffe der Silberwölfe zu Boden und die letzten Dimensionsverdreher schaffen es gerade noch von diesem furchtbaren Ort zu entkommen. Sie hinterlassen eine brennende Welt in der die Menschen ihre Toten beklagen.
Die Smavari halten einen uralten Drachen auf Hewa unter ihrer Kontrolle. Sie nutzen dafür eine psionische Maschine aus den Kriegen der Karwesen, die ihnen die Nugai überlassen haben. Mit der Zeit überlassen die Silberwölfe ihren Sklaven, den Vierfingermenschen immer mehr der Arbeiten, die zum Betrieb der Maschine nötig sind. Rituale werden von den Menschen abgehalten, die Reinigungsarbeiten werden ganz von ihnen übernommen und schließlich kümmern sich die Smavari so gut wie überhaupt nicht mehr um diese Dinge. Genau 14.782 Standardjahre nach der Ankunft der Menschen auf Hewa kommt es zur Katastrophe. Die Menschen bringen die Maschine zum Stillstand. Eine Sekunde genügt und die Bestie erwacht zu vollem Bewusstsein und macht das Land um sie herum zu einem Inferno aus Chaos und Feuer. Städte gehen in Trümmer und ganze Landstriche werden verschoben. Die Zahl der Toten ist exorbitant. Doch der Drache ruht nicht eher, als bis er alle Festungen der Silberwölfe dem Erdboden gleich gemacht hat. Erst dann legt er sich wieder zur Ruhe und wird zu dem Gebirge, dass man später den Gallihead nennen wird. Tausende von Standardjahren gedeiht hier kein Leben. Auch die Menschen brauchen lange, um sich von dieser Katastrophe erholen. Doch nun sind sie frei!
Die Smavari bringen die ersten Menschen von Terra nach Hewa und beginnen an ihnen genetische Experimente durchzuführen. Mehr durch einen Zufall als durch gezielte Wissenschaft entstehen so die sogenannten Vierzehenmenschen, da ihnen beide kleinen Zehen fehlen. Das eigentliche Ziel war, sie psionisch begabter zu machen, doch diese Veränderung entwickelte sich erst viele tausend Standardjahre später – und wieder den Silberwölfen zum Verhängnis.